Freiwilligkeit – ein Fundament der Schweiz

In der Schweiz investieren unzählige Menschen viele Stunden ihrer Freizeit in freiwillige Tätigkeiten. Freiwilligenarbeit hat eine lange Tradition und prägt alle Lebensbereiche.

Sei es im Kulturbereich, im Sport, im Umweltschutz oder bei der Integration von betagten oder ausländischen Menschen – die meisten Angebote würden ohne Freiwilligenarbeit gar nicht existieren. Auch das politische System der Schweiz basiert auf Ehrenamtlichkeit. Die Leute sind nicht hauptsächlich aus selbstlosen Gründen freiwillig tätig; sie wollen ihr Umfeld mitgestalten, gemeinsam mit anderen etwas bewegen und auch Spass haben. Mir scheint, dass diese Haltung je länger je mehr verloren geht. Eigennutzen und Selbstverwirklichung werden wichtiger. Ich wünschte mir wieder vermehrtes Interesse und Beteiligung, wenn’s heisst: Wer hilft mit? Natürlich, Arbeit und Familie erfordern viel Energie und Zeit. Ist da aber wirklich kein Platz mehr für Arbeit, welche das Gemeinwohl zum Ziel hat? Ich vermute, dass die Aufgaben, die auf uns zukommen, nicht mehr alleine vom Sozialstaat, der Familie oder der Wirtschaft bewältigt werden können. Entwicklungen wie demografischer Wandel, Mobilität, Globalisierung, Urbanisierung und Individualisierung schaffen neue Spannungsfelder. Der Staat muss darum ein grosses Interesse an Freiwilligen haben, weil er durch diese entlastet wird. Freiwilligenarbeit ist lange Zeit einfach „geschehen“. Doch heute muss zwingend reflektiert werden, in welche Richtung sie gehen soll und welche Konzepte nötig sind. Ein Hinweis zu einer freiwilligen Tätigkeit im Lebenslauf ist zwar etwas Positives und macht stolz. Reicht das allein? Die Wertschätzung gegenüber den Freiwilligen und ihrem Engagement muss erhöht werden! Gute Rahmenbedingungen für die Freiwilligenarbeit müssen geschaffen werden und es muss aufgezeigt werden, weshalb diese unabdingbar ist. Welche Möglichkeiten hat der Kanton Solothurn, um z.B. die Attraktivität bzw. die Bereitschaft für Jugendarbeit zu erhöhen? In Erwartung kreativer Ansätze habe ich diese Frage der Regierung gestellt, diese verweist aber in ihrer Antwort lediglich auf die bereits bestehende Unterstützung. Ideen sind gesucht!

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