Die Initiative führt in die bildungspolitische Isolation

Leserbrief zum Leserbrief „Die Lehrer wollen lieber Unterricht in Einzelfächern“ 5.4.2017 Erstaunlich, dass ein SVP-Kantonsrat jetzt plötzlich fordert, dass die Stimmen der Lehrerinnen und Lehrer beachtet werden sollen. Wie war das genau bei der Sek-Reform, bei den Klassengrössen, bei der Entlastung der Klassenlehrpersonen, der Wiedereinführung der Noten auf der Unterstufe oder beim Abbau von Deutschunterricht (Massnahmenplan 13)? Da wollte die SVP alles andere als auf die Lehrerinnen und Lehrer hören.

Nun, ich finde es gut, dass sich das jetzt ändern soll. Nur bezieht sich Matthias Borner in seinem Leserbrief auf eine Umfrage aus dem Kanton Aargau, welche vom Initiativkomitee gegen den LP21 durchgeführt wurde und nur einen kleineren Teil der Aargauer Lehrpersonen berücksichtigt. Diese unterstützten nämlich bei der Abstimmung im Kanton Aargau klar den LP 21. Auch bei uns sprechen sich die Lehrpersonen grossmehrheitlich für den LP 21aus.
Wenn der Leserbriefschreiber die vorgesehene Lektionentafel der Sekstufe studiert hätte, würde er feststellen, dass die Fächer Geschichte, Geographie, Biologie, Chemie und Physik nicht abgeschafft werden und an der bewährten Praxis festgehalten wird. Und gerade mit der Kompetenzbeschreibung wird der Lernaufbau klarer strukturiert und systematischer aufgebaut.
Mit der Initiative schadet man insbesondere den Kindern, die auf ein Leben in der heutigen Gesellschaft vorbereitet werden sollen. Die Initiative führt in die bildungspolitische Isolation und macht den Kanton Solothurn für Familien und Unternehmen unattraktiv. Zudem werden erhebliche Mehrkosten verursacht.

Streitgespräch Regionaljournal SRF 1.5.17

Interview Grenchner Tagblatt 9.5.17

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