Auftrag „Stärkung und Förderung des Sprachenaustausches“

Die Mehrsprachigkeit der Schülerinnen und Schüler soll gefördert werden. Nebst dem Erlernen von kommunikativen Fertigkeiten, Wortschatz, Sprachstrukturen, Verstehensstrategien und Lerntechniken geht es beim Sprachenlernen auch um eine kulturelle Annäherung an unsere Sprachregionen. In Bezug auf das Erlernen von Fremdsprachen ist man sich auf allen Bildungsstufen einig, dass Sprache für Kinder und Jugendliche auch erlebbar gemacht werden soll. Eine Sprache lernt man am besten dort, wo sie gesprochen wird. Unser Kanton als Brückenkanton bietet dazu ideale Voraussetzungen.

Seit der Beantwortung der Interpellation I 0098/2017 „Welche Brückenfunktionen übernimmt der Kanton Solothurn im Sprachenaustausch innerhalb der Volksschule“ ist keine Verbesserung der Situation bezüglich Klassen-, Schüler- und Lehrpersonenaustausch im Kanton Solothurn erkennbar.

Laut der aktuellsten Movetia-Statistik (nationale Agentur für Austausch und Mobilität) haben im Kanton Solothurn im Schuljahr 2017/2018 lediglich 19 Schülerinnen und Schüler einen Schüleraustausch (Austauschjahr oder Klassenaustausch) gemacht. Das entspricht 0,1% der möglichen Schülerinnen und Schüler (https://www.movetia.ch/news-events/kantonale-statistik/?utm_source=Newsletter%2019%2F02%20DE&utm_medium=e-mail&utm_campaign=Newsletter%20Movetia%2019%2F02). Damit findet sich der Kanton Solothurn auf dem zweitletzten Platz wieder. Zwischen den Kantonen sind grosse Unterschiede im Schüleraustausch festzumachen. Die Kantone, die eine klare Strategie verfolgen, erzielen die besten Ergebnisse. Grundsätzlich erfasst Movetia  zwar nicht alle Austauschtätigkeiten, aber in Kantonen wie Wallis oder Freiburg konnten die Zahlen im Schüleraustausch massiv gesteigert werden (auf 6,4% bzw. 4,7%); Diese Kantone erzielen auch in den Überprüfungen der Grundkompetenzen (ÜGK) im Fach Französisch bessere Resultate. Die Unterzeichnenden sehen darum Handlungsbedarf im Kanton Solothurn.

Der Kanton Solothurn kennt bereits innovative Förderkonzepte in Teilbereichen, so gibt es Konzepte zur Förderung der Bewegung und des Sports mit dem so.fit Label und aktuell im Aufbau sind Profilschulen für Informatische Bildung. In beiden Bereichen können sich Schulen über den Grundauftrag hinaus weiterentwickeln, einer Thematik einen Schwerpunkt geben und sich damit als Schule profilieren und auszeichnen.

Im Kanton Solothurn als Brückenkanton könnten sich Schulen mit Leuchtturmprojekten im Zusammenhang mit den Fremdsprachen (z.B. als Profilschule Fremdsprachen) ebenfalls positionieren. Ein Kriterium für eine solche Schule könnte auch ein regelmässiger Klassen-, Schüler- oder Lehrpersonenaustausch sein.

Auftrag und Antwort des Regierungsrates als PDF

Grenchner Tagblatt 27.11.19

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